Sofortmassnahmen bei einem undichten Dach
Alles, was Sie im Innern und vom Boden aus tun können, ist sinnvoll. Arbeiten auf dem Dach gehören dagegen in die Hände von Fachleuten mit Sicherung.
- Eimer, Wannen oder Tücher unter die Tropfstelle stellen
- Möbel, Teppiche und Elektronik aus dem Bereich entfernen oder abdecken
- Bei Wasser nahe Elektroinstallationen die Sicherung ausschalten
- Estrich bzw. Dachboden kontrollieren, soweit sicher begehbar
- Fotos und kurze Notizen machen: Zeitpunkt, Wetter, Menge
- Bei einem grösseren Schaden die Gebäudeversicherung informieren
Sicherheit geht vor
Nasse Ziegel, Moos und beschädigte Dachflächen sind rutschig und können nachgeben. Steigen Sie nicht selbst aufs Dach und nicht auf eine Leiter bei Wind oder Nässe.
Wasser dringt ein?
Beschreiben Sie den Schaden mit Fotos – so kann die Abklärung gezielt vorbereitet werden.
Wo kann Wasser eindringen?
Die meisten Undichtigkeiten entstehen nicht mitten in der Fläche, sondern an Übergängen und Details.
Beschädigte oder verschobene Dachziegel
Sturm, Hagel, Frost oder Marder können Ziegel verschieben oder brechen. Schon ein einzelner fehlender Ziegel lässt bei Schlagregen Wasser aufs Unterdach.
Anschlüsse an Wände und Gauben
Wo die Dachfläche auf eine Wand, eine Gaube oder ein Nachbardach trifft, sorgen Bleche und Abdichtungen für Dichtheit. Alte Kittfugen und korrodierte Bleche sind häufige Ursachen.
Kamin
Kaminanschlüsse sind stark beansprucht: Temperaturwechsel, Bewegungen und alte Einfassungen führen oft zu feinen Rissen.
Dachfenster
Undichte Eindeckrahmen oder gealterte Dichtungen lassen Wasser eindringen. Manchmal ist es auch Kondenswasser – mehr dazu im Ratgeber «Dachfenster undicht».
Flachdach und Abdichtungen
Bei Flachdächern sind Nähte, Randabschlüsse, Durchdringungen und verstopfte Abläufe typische Schwachstellen.

Warum die sichtbare Wasserstelle nicht immer die Ursache ist
Wasser sucht sich seinen Weg. Es kann auf dem Unterdach, entlang der Sparren oder in der Dämmung mehrere Meter wandern, bevor es an der Decke sichtbar wird. Wer nur über der nassen Stelle nachsieht, findet die Ursache deshalb oft nicht.
Fachleute prüfen das Dach systematisch von aussen und – wenn möglich – von innen. Hinweise wie der Zeitpunkt (nur bei Starkregen, bei Schnee, bei Wind aus einer bestimmten Richtung) helfen enorm bei der Eingrenzung.
Tipp für die Abklärung
Notieren Sie, bei welchem Wetter das Wasser auftritt. Tritt es nur bei Schneeschmelze auf, kann auch Rückstau an der Traufe die Ursache sein.
Was sollte man nicht selbst machen?
Provisorische Abdeckungen auf dem Dach sind Sache von Fachleuten, die gesichert arbeiten und wissen, wo die Plane dicht aufliegen muss.
- Auf das Dach steigen, um Ziegel zu richten
- Mit Silikon oder Bauschaum «abdichten» – das erschwert die spätere Reparatur
- Planen auf dem Dach befestigen, ohne gesichert zu sein
- Nasse Dämmung verschliessen und abwarten
Wann sollte ein Fachbetrieb prüfen?
Grundsätzlich bei jeder Undichtigkeit – je früher, desto kleiner ist meist der Folgeschaden. Dringend ist es, wenn Wasser in Wohnräume tropft, Decken sich verfärben oder nach einem Sturm sichtbar Ziegel fehlen.
Auch Anzeichen ohne tropfendes Wasser verdienen Aufmerksamkeit: Stockflecken im Estrich, muffiger Geruch, feuchte Dämmung oder dunkle Stellen an Holzbauteilen.
Dachzustand abklären lassen
Senden Sie Ihre Beobachtungen und Fotos. Wir leiten Ihre Anfrage an passende Fachbetriebe weiter.
Reparatur oder Sanierung?
Eine lokale Ursache – etwa ein gebrochener Ziegel oder ein undichter Kaminanschluss – lässt sich meist gezielt reparieren. Treten dagegen an mehreren Stellen Probleme auf oder ist die Eindeckung insgesamt verbraucht, kann eine Teil- oder Gesamtsanierung wirtschaftlicher sein.
Die Entscheidung hängt vom tatsächlichen Zustand ab. Eine Entscheidungshilfe finden Sie im Ratgeber «Dachreparatur oder Dachsanierung».
Passende Leistungen
Regional: Dachdecker Schaffhausen




